Ich wollte das mit dem Herumkommen nach meiner Lehre einlösen – ich wollte auch noch Skifahren lernen. Deswegen war die nächste Station eine Wintersaison in der Schweiz. Ich wollte mondäne Hotels kennenlernen und habe mich dann in St. Moritz in allen 5-Sterne-Hotels beworben. 1989 habe ich dann tatsächlich im Carlton Hotel St. Moritz den ersten Schritt nach draußen gewagt. Das war der Nabel der Welt, da war die Welt zu Gast. Das fand ich schon spannend. Ich war dann vier Saisons in der Schweiz, auch eine Sommersaison. Das war nochmal ein ganz anderes Publikum. Es waren alle Nationalmannschaften im Engadin, es gab ein völlig anderes Kochen, auch die Landschaft war toll. Ich war immer vier Monate auf Saison und hatte dann zwei Monate frei, das hat immer großen Spaß gemacht.
Und ich wollte auch immer auf die Sea Cloud. Da habe ich mich drei Jahre lang beworben. Ich wollte auch immer nach Sylt und habe mich bei Jörg Müller beworben. Dann kamen zwei Zusagen an einem Tag: Jörg Müller und Sea Cloud. Ich habe mich für Sylt entschieden. Das war ziemlich spannend, extrem abgefahrene Arbeitszeiten, nix verdient, musste mir selbst eine Personalwohnung suchen.
Das Gourmet-Restaurant und das Pesel wurden von einer Brigade in der Küche bekocht und somit konnte man damals schon die Tiere von Nose to Tail verarbeiten. Das war sehr lehrreich, vor allem für die Zeit als Selbstständiger.
Ich war dann noch auf der Hotelfachschule in Heidelberg und war der jüngste Küchenmeister in Baden-Württemberg. Das war auch toll, mal ein Jahr Theorie zu haben.
Danach war ich kurz bei Vincent Klink und danach war ich als Betriebsleiter im Zauberlehrling. Zu der Zeit gab es gar nicht so viele Fine-Dining-Restaurants in Stuttgart. Danach war ich bei den Oberkamps im Hirschen in Fellbach. Die fand ich auch lässig, die waren so unorthodox. Keine Homepage, keine Tischdecken im Fine-Dining-Restaurant, und trotzdem haben wir überraschenderweise einen Stern bekommen. Das hat schon viel verändert."